Es gibt Tausende von Krankheiten, aber nur eine Gesundheit ! Arthur Schoppenhauer

Luxxamed Schmerztherapie

Aus dem Gleichgewicht

Schwindel ist äußerst unangenehm. Abhilfe kann oftmals eine Behandlung mit Bachblüten oder mit homöopathischen Mitteln schaffen.

 

Schwindel ist eine Störung mit vielen Ausprägungen. Ge­meinsam ist ihnen, dass der von Schwindel betroffene Patient Bewegungen wahrnimmt, die in der Realität gar nicht stattfinden. Aus medizinischer Sicht versteht man unter Schwindel (Vertigo) das Gefühl des gestörten Gleichge­wichtes oder den Verlust des Gleichgewichts.

 

Drehen oder Schwanken

Es gibt viele verschiedene Arten von Schwindel. Manche Betroffenen haben den Eindruck, dass sich die Umwelt dreht oder dass sie sich selbst drehen. Unter diesen Dreh­schwindel fällt die sogenannte Menier‘sche Krankheit (benannt nach einem französischen Arzt). Als Symptome finden sich hier:

anfallsweiser Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen, an- und abschwellende Innenohrschwer­hörigkeit und subjektive Ohrgeräu­sche. Dieser Schwindel kommt durch Veränderungen im Bereich des Innenohrs, also des Gleichge­wichtsorganes, zustande.

Beim sogenannten Schwank­schwindel hat der Patient das Ge­fühl, als ob der Boden unter ihm schwanke. Beim Liftschwindel scheint sich der Boden unter den Füßen zu bewegen. Lage- und La­gerungsschwindel kommt bei La­geänderung und besonderen Kopfstellungen zustande. Der Bela­stungsschwindel tritt zum Beispiel nach Kopfschütteln auf.

Schwindel in der Dunkelheit, der auftritt, wenn wir uns nicht mit den Augen orientieren können, wird Entsicherungsschwindel ge­nannt. Unter Hirnschwindel ver­stehen wir Schwarzwerden vor den Augen mit Benommensein. Dieser kann zum Beispiel durch Kreislaufstörungen, unter Umstän­den durch niedrigen Blutdruck bedingt sein.

Schwindel, der durch Erkrankun­gen des Gleichgewichtsorgans entsteht, wird Labyrinthschwindel genannt. Er tritt auf zum Beispiel bei Entzündungen in diesem Be­reich. Ferner kann er durch Verlet­zungen  hervorgerufen werden, bspw. Schädelbruch, hervorgerufen werden. Auslöser können weiterhin funk­tionelle Störungen der Gefäßner­ven sein.

 

Organisch und psychisch

Schwindel, der durch das Gehöror­gan, unser Innenohr, ausgelöst wird, etwa durch Entzündungen, Wasser oder auch Fremdkörper im Ohr, ist fast immer ein Drehschwindel. Er geht mit Augenzit­tern, Fallneigung und häufig auch mit Schwerhörigkeit und Ohren­sausen einher.

Schwindel kann aber auch als Be­gleitsymptom bei zahlreichen an­deren Erkrankun­gen auftreten, beispielsweise Kleinhirnschädi­gungen, Hirn­drucksteigerun­gen, Augenmus­kellähmungen mit Doppeltse­hen, Arterioskle­rose, Anämie, aber auch bei Vergiftungen bei­spielsweise mit Alkohol und Ni­kotin, ebenfalls auch bei Anfallsleiden wie etwa der Epilepsie oder bei Migräne und Kopfschmer­zen.

Der so genannte Höhenschwindel wird nicht zu den eigentlichen Schwindelgefüh­len gezählt. Er ge­hört wie andere nervöse Schwin­delgefühle zu den Angstgefüh­len, verbunden beispielsweise mit dem Gedanken, aus dem Fenster zu stürzen.

Um die Ursache des Schwindels zu ergründen, wird der Behandler versuchen, mit dem Patienten zu klären, was die Symptome auf der körperlichen Ebene zum Ausdruck bringen sollen. Dabei ist es für den Behandler von Nutzen, genau auf die Worte zu hören, die der Patient einsetzt. Erzählt der Patient bei­spielsweise, dass er das Gefühl hat, völlig die Orientierung zu verlie­ren, dann können wir mit ihm ab­klären, auf welcher anderen Ebene er vermeintlich die Orientierung verliert. Ähnliches gilt für Bemer­kungen wie „Ich habe keinen Halt mehr“, „Ich habe das Gefühl, auf den Boden zu sinken“, „Ich habe das Gefühl, dass mir der Boden unter den Füßen schwindet“.

 

Bachblüten-Behandlung

Im allgemeinen sprechen Schwin­delpatienten sehr gut auf die Behandlung mit Bachblüten an. In Frage kommt beispielsweise Clematis. Sie wird eingesetzt bei Ohnmachtsneigung, bei dem Ge­fühl, nicht richtig in der Welt zu sein, bei sehr verträumten Perso­nen und Personen mit mangeln­dem Lebenswillen.

Wild Oat (Waldtrespe) wird einge­setzt bei Patienten, die auf der Su­che nach Orientierung sind. Bei ih­nen sind Entscheidungsschwierig­keiten sehr ausgeprägt, beispiels­weise welcher Beruf ergriffen wer­den soll, welches Hobby ausgeübt werden soll. Die Patienten sind oft­mals sehr verzweifelt auf der Su­che nach dem Sinn des Lebens.

Ulme und Eiche werden einge­setzt, wenn die Patienten drohen, unter der Last ihrer Verantwortung zusammenzubrechen. Entweder weil sie sich zuviel zugemutet ha­ben oder weil plötzlich das Gefühl der Überforderung auftritt.

 

Homöopathische Mittel

Die Wahl des homöopathischen Medikamentes richtet sich wie im­mer nach der Gesamtsymptomatik. Ein häufig eingesetztes Medika­ment ist Argentum Nitricum (Sil­bernitrat). Hier finden wir Schwin­del beim Abwärtssehen beispiels­weise aus dem Fenster, Schwindel im Dunkeln und beim Schließen der Augen, aber auch beim Anblick von Hochhäusern, einhergehend mit zittriger Schwäche der Beine und Schwanken beim Gehen, so dass die Richtung nicht gehalten worden kann.

Cocculus (Kockelskörner) geben wir bei Schwindel mit Übelkeit und Erbrechen und Schwindel

heim Heben und Bewegen des Kopfes und Gefühl von Leere im Kopf. Manche Patienten beschrei­ben auch ein Gefühl, als öffne und schließe sich der Schädel. Coccu­lus ist ein ausgezeichnetes Mittel bei schwindel als Folge von Schlafmangel, und wir geben es ganz er­folgreich bei Reisekrankheiten.

Conium (Schierling) geben wir, wenn jede Lageveränderung, sogar die Bewegung der Augäpfel und des Kopfes, mit Schwindel verbun­den ist. Der Patient, der Acidum phosphoricum (Phosphorsäure) benötigt, hat das Gefühl, als ob der Stuhl, auf dem er sitzt, sich erhe­ben würde. Ferrum metallicum (Eisen) geben wir als Konstituti­onsmittel insbesondere bei anämi­schen Personen, zum Beispiel bei Blutarmut. Die Symptomatik: Schwindel beim Gehen oder beim Schauen auf fließendes Wasser, Schwindel beim Überqueren von Brücken und beim Abwärtsgehen, Ohrensausen und Ohnmachtsan­wandlungen.

 

Schwindel und Taumel

Viscum album (Mistel) ist ein Kreislauf stabilisierendes Mittel. Wir geben es bei Schwindelanfäl­len mit Taumeln, die niemals im Liegen auftreten. Es besteht Nei­gung zum Nach-Hinten-Fallen. Auch hier finden wir die Sympto­matik Drehschwindel beim Schau­en aus dem Fenster.

Eine homöopathische Zubereitung aus dem Granatapfelbaum geben wir bei Schwindel mit Eingenom­menheit und Schwere des Kopfes verbunden mit Sehstörungen. Das Mittel kann auch zunächst einge­setzt werden, wenn die eigentliche Ursache des Schwindels noch nicht bekannt ist. Kreislaufbeding­ter Schwindel durch niedrigen Blutdruck reagiert sehr gut auf eine Zubereitung aus Mistel, Ginko und Weißdorn. Bevor Sie auf die Idee kommen, Ihren Schwindel selbst zu behandeln, sollten Sie unbe­dingt dessen Ursache von einem erfahrenen Arzt oder Heilpraktiker abklären lassen. 

 

© 2010 by Jörg Pantel